Die Bildstöcke von Brenzone

Sakrale Kunst zwischen Straßen und Olivenhainen

Im Gebiet von Brenzone am Gardasee erheben sich die Bildstöcke, kleine Andachtsstätten, die der Madonna, Christus oder den Heiligen gewidmet sind – als weitverbreitete Zeugnisse volkstümlicher Frömmigkeit. An Wegkreuzungen, entlang von Feldwegen oder am Eingang der Ortsteile gelegen, verkörpern sie nicht nur spontane sakrale Kunst, sondern auch die historische Identität einer lebendigen Landschaft.

Die Straßen der Bildstöcke

Wichtige Bildstöcke zum Entdecken

Bildstock der Disziplin (oder der „Caporali“)
Magugnano, Via della Disciplina

In der Via della Disciplina in Magugnano gelegen, stammt er aus dem 18. Jahrhundert und zeigt Dekorationen, die dem Maler Bartolomeo Zeni (1740–1801) zugeschrieben werden. Nach der Restaurierung im Jahr 1997 befindet er sich über dem Eingang zu einem alten ummauerten Garten (brolo), der einst mit Olivenbäumen bepflanzt war. In der zentralen Nische sind die Madonna mit Kind sowie zu ihren Füßen ein heiliger Bischof (Zeno, Nikolaus oder Virgilius), der heilige Stephanus und der heilige Laurentius zu sehen.

Bildstock „Madonna dell’Aiut“
Marniga, Via Madonna dell’Aiut

Auf dem Weg zum mittelalterlichen Dorf Campo di Brenzone empfängt die Kapelle Madonna dell’Aiut aus dem 17. Jahrhundert die Besucher mit ihrem schützenden Dach. Nach der Restaurierung von 1980 beherbergt sie heute eine Holzikone der Madonna der Zärtlichkeit mit Kind, die das 1972 von Ennio Berti geschaffene Metallbild ersetzt. Das ursprüngliche Bild ging durch Brandstiftung verloren.

Bildstock „Madonna Immacolata“
Biaza

In eine Umfassungsmauer eingelassen, erbaut im Jahr 1910 und 2010 restauriert. Sie zeigt die Unbefleckte Jungfrau vor blauem Hintergrund, geschützt durch ein steinernes Satteldach mit Ziegeln. Die Nische hebt ein Gemälde hervor, das die Unbefleckte Empfängnis darstellt, mit Strahlen, die aus den Händen der Jungfrau austreten und die Gnaden symbolisieren.

Capitello Madonna con Bambino
Porto di Brenzone

Am Hafen gelegen und in den 1930er-Jahren im Zuge des B Construktions der Gardesana erbaut, besitzt die Kapelle eine doppelte Ausrichtung: zum See hin mit der Madonna mit Kind und Fischen und zum Monte Baldo hin mit der Madonna mit Kind und Olivenbäumen. Im unteren Bereich erinnert eine Gedenktafel an die knapp überstandene Luftbombardierung vom 1. April 1945.

Capitello della Madonna Addolorata
Castelletto

In Castelletto in der Via Vespucci gelegen, wurde es in den 1930er-Jahren beim Ausbau der Gardesana-Straße errichtet. Aus örtlichem Stein mit Plattendach und einem Sockel aus Rosso Verona gebaut, bewahrt es in der zentralen Nische ein Fresko der Schmerzensmutter zwischen Olivenbäumen. Seitlich erscheinen zwei Figuren: ein Heiliger mit Buch und der heilige Zeno, Bischof.

Capitello Madonna del Rosario
Fasor

Am nördlichen Ausgang von Fasor befindet sich die Kapelle der Madonna del Rosario (erbaut 1890 und 1996 restauriert), signiert von Giuseppe Martini aus Malcesine und gestiftet von Brighenti Francesco Michele. In der Nische sind die Madonna del Rosario mit dem Kind, der heilige Franziskus, der heilige Dominikus sowie an den Seiten der Erzengel Michael und eine heilige Frau dargestellt.

Bildstock „Madonna del Carmine“
Zignago

In der Nähe des Weilers Zignago an der Straße nach Sommavilla gelegen, trägt dieses Kapellchen mit Satteldach die Jahreszahl 1890 und wurde von Giuseppe Martini aus Malcesine bemalt. In der Nische sind die Madonna del Carmine sowie zu ihren Seiten der heilige Dominikus und die heilige Lucia dargestellt; unter dem Sims befand sich ursprünglich die Inschrift „AVE MARIA“. Restauriert wurde es 1998 von E. Signorini.

Bildstock „Maria Hilf“
Sommavilla

Am nördlichen Eingang von Sommavilla in der Via Madonna degli Ulivi gelegen, stammt es aus dem Jahr 1960 und wurde im Laufe der Zeit mehrfach übermalt. Die einfache, mit Ziegeln gedeckte Struktur beherbergt ein Halbfresko, das die Maria, Hilfe der Christen, mit Zepter zeigt, umgeben von Englein in den Wolken.

Diese Bildstöcke können frei während Wanderungen oder Spaziergängen zwischen den Ortsteilen besichtigt werden. Einige Wanderrouten führen direkt an ihnen vorbei. Wer sich näher informieren möchte, erhält beim Tourismusbüro (IAT) thematische Karten und Routenvorschläge.